Die Aufgabe des Weihnachtsmanns für das Magische Känguru und seinen Club in Australien

Die Hauptfiguren dieses und anderer Abenteuer:

Aino und Leo

Aino und Leo sind Bruder und Schwester und leben in Finnland. Aino ist 7 Jahre alt, Leo 5. Sie sind nicht nur Geschwister, sondern auch sehr gute Freunde. Sie leben mit ihrer Mutter und ihrem Vater in Oulu. Alle Ideen und Abenteuer sind Früchte der Vorstellungskraft der beiden Kinder und in ihrem Kinderzimmer entstanden. Manchmal sind ihre Eltern neugierig, denn nachdem die Kinder bereits ins Bett gebracht wurden, hören sie immer noch Flüstern, Murmeln, leises Rasseln und Rumpeln aus dem Zimmer. Wenn sie erst nach dem einen, dann nach dem anderen Kind sehen, scheinen diese immer friedlich in ihren Betten zu schlafen. Spukt es womöglich im Obergeschoss oder hat die knarrende Treppe etwas damit zu tun?


Das Magische Känguru

Das Magische Känguru ist ein weibliches Känguru und wurde, wie die meisten Kängurus, in Australien geboren. Als es klein war, war es ein ganz normales Känguru und lebte glücklich im Beutel von Mama-Känguru. Diese Geschichte erzählt, wie das Magische Känguru seine magischen Kräfte bekam und wie es sich mit dem Weihnachtsmann, dem Teddybären Bon und der Ente !QuauQ! anfreundete. Heutzutage reisen das Magische Känguru und seine Freunde um die Welt, um den Weihnachtsmann zu unterstützen und Menschen und anderen Lebewesen in Not zu helfen.


Bonific, der Teddybär, kurz Bon genannt

Bonific ist fast der kleinste und fast der stärkste Teddybär der Welt. Bon ist auch klug, obwohl er nie zur Schule gegangen ist. Bon lernte lesen, als er noch klein war (obwohl Bon genau genommen noch immer sehr klein ist – wie schon erwähnt). Durch Lesen, Beobachten und Nachdenken ist er zu der Überzeugung gelangt, dass alle Menschen und Lebewesen auf der Welt irgendwann in ihrem Leben Hilfe brauchen. Und Bon will helfen. Eine weitere Eigenschaft von Bon ist, dass er sich vor nichts fürchtet – na ja, vielleicht vor der Dunkelheit, ein bisschen, und vielleicht ... ach, egal. Ihr werdet es in den kommenden Abenteuern herausfinden.


!QuauQ!, die Ente

!QuauQ! hat wirklich vor gar nichts Angst. Als junge Ente wurde er von einem Schwanenpaar adoptiert, das ihn wie ihr eigenes Junges aufzog, nachdem ein Hecht !QuauQ!s Mutter und Geschwister gefressen hatte. !QuauQ! ist sehr mutig und in brenzligen Situationen oft auch einfallsreich. Außerdem möchte er die Welt retten, wenn er nur ab und zu der Held sein darf. !QuauQ! hat eine Besonderheit, nämlich die Art, wie er spricht. !QuauQ! spricht sehr laut, so laut, dass die Bösewichte sein Flüstern sogar aus kurzer Entfernung hören können. Außerdem spricht er die Wörter verkehrt herum, also vom Ende zum Anfang hin. Deshalb haben ihm die Schwanenmutter und der Schwanenvater einen Namen gegeben, der sich von vorne nach hinten und von hinten nach vorne gleich liest und der ordentlich laut ist.


Der Weihnachtsmann

Wir alle kennen den Weihnachtsmann. Er lebt in der Weihnachtswelt in Finnland. Genauer gesagt, in Korvatunturi. In den vergangenen Jahren haben der Weihnachtsmann und die Menschen in der Weihnachtswelt beschlossen, weniger materielle Geschenke zu verteilen. Die Menschen in der Weihnachtswelt arbeiten das ganze Jahr über und sind auf der ganzen Welt im Einsatz, um die Menschen dazu anzuregen, die wichtigen Dinge im Leben zu erkennen, und um ihnen bei echten Problemen zu helfen. Laut dem Weihnachtsmann ist es nicht nur wichtig, an Weihnachten besinnlich zu sein, sondern es zählt auch, was wir an den anderen 364 Tagen im Jahr tun.

Das Magische Känguru bekommt einen Namen und trifft Bon und !QuauQ!

Aino hatte eine fantastische Feier zum 7. Geburtstag. Tagsüber feierte Aino mit ihren Freunden und am Abend waren Verwandte zu Besuch. Die Erwachsenen unterhielten sich noch weiter im Erdgeschoss, als es für Aino und Leo Zeit wurde schlafen zu gehen. Die Kinder gingen nach oben, zogen sich ihre Schlafanzüge an und putzten sich die Zähne. Nach dieser Abendroutine durften sie noch ein wenig spielen, bevor sie das Licht ausmachten, unter die Decke schlüpften und die Augen schlossen.


„Guck mal, Leo! Ich habe dieses Känguru geschenkt bekommen. Ist es nicht wunderbar“, sagte Aino, nachdem sie ihre Abendroutine beendet hatte. „Wie heißt es denn?“, fragte Leo, der bereits zwei ihrer Lieblingsspielzeuge, den Bären Bon und die Ente !QuauQ!, in die Hand genommen hatte. „Tja, wie könnte ich es nennen ...“, sprach Aino laut vor sich hin, während sie die Garderobe ihrer Lieblingspuppe durchstöberte. Da war ein wunderschöner, leicht glänzender, grünlicher Umhang – einer, wie ihn Zauberer tragen. Aino legte ihn dem Känguru an und beendete ihren Satz mit „...Magisches Känguru.“ „Ja, ein magisches Känguru, das zaubern und alle möglichen wundersamen Kunststücke machen kann“, fuhr Leo voller Begeisterung fort.


„Wir könnten einen Club gründen, in dem Bon und !QuauQ! und das Magische Känguru Abenteuer erleben“, schlug Aino vor. „Der Club sollte natürlich einen Namen haben“, warf Leo ein. Er selbst besuchte eine Spielgruppe. Der Name der Gruppe war „Die Spatzen“.


„Kinder, jetzt ist es aber Zeit zu schlafen“, sagte ihre Mutter, die den Kopf zur Tür hereinsteckte. Aino und Leo standen vom Boden auf und kletterten in ihre Betten. Ihre Mutter deckte sie zu und gab ihnen einen Gutenachtkuss. Nach einem so aufregenden Tag dauerte es nicht lange, bis sie einschliefen.Bon, !QuauQ! und das Magische Känguru blieben allein auf dem Boden zurück. „IEH, rew tsib ud?!“, flüsterte !QuauQ!. Die Kinder wälzten sich unruhig in ihren Betten. !QuauQ!s lautes Flüstern weckte sie fast auf. „Ich bin Bonific, der Bär. Alle nennen mich Bon. Dieser laute Freund von mir ist der Enterich !QuauQ!. Seine Art zu sprechen ist ein bisschen komisch. Du wirst sicher schnell lernen, seine Sprache zu verstehen. Er hat gefragt: „Wer bist du?“, flüsterte Bon weiter. „Ich weiß noch nicht genau, wer ich bin. Ich weiß, dass ich ein Känguru bin. Ich wurde wahrscheinlich in Australien geboren. Du hast gerade gesehen, wie ich diesen schönen Mantel bekommen habe. Ich glaube, ich kann zaubern, und deshalb heiße ich Magisches Känguru.“ So stellten sie sich nacheinander vor und vereinbarten, dass das Magische Känguru und Bon das Reden übernehmen sollten. Das Geflüster des neugierigen und begeisterten !QuauQ! würde zweifellos bis nach unten zu hören sein.

Nächtlicher Besucher

Nachts, als alle anderen schon schliefen, wälzte sich das Magische Känguru unruhig hin und her. Es fiel ihm schwer zu schlafen. Der Tag war voller Aufregung gewesen. Plötzlich hörte das Känguru ein Geräusch aus der Ecke. Es hörte sich an, als ob jemand auf Zehenspitzen ging, um die Schlafenden im Zimmer nicht zu wecken.


Das Magische Känguru stand leise auf und ging – ebenfalls auf Zehenspitzen – auf das Geräusch zu. Eine Gestalt tauchte hinter dem Schrank auf. Die Gestalt und das Magische Känguru starrten sich an. Ehe sie sich versahen, rangen sie auf dem Boden miteinander – aber ziemlich leise. Man konnte ein Schnaufen und Pusten hören, aber keiner von beiden sprach ein Wort. Schließlich gelang es dem Magischen Känguru, den Gegner zu überwältigen und sich auf dessen Brust zu setzen. So etwas hatte es noch nie gesehen. Das Wesen trug einen roten Elfenhut und Filzstiefel. Der größte Teil seines Gesichts war von einem Bart und einem Paar buschiger Augenbrauen bedeckt.


„Was in aller Welt bist du für einer und warum schleichst du heimlich im Haus meiner neuen Freunde herum?“, fragte das Magische Känguru scharf. „Ich muss doch sehr bitten! Ich bin ein Elf aus der Weihnachtswelt. Mein Name ist Tomelius, und ich bin ein Beobachter-Elf. Ich komme schon seit Jahren hierher, um zu sehen, ob Aino und Leo brav gewesen sind. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben für uns Elfen. Außerdem möchte der Weihnachtsmann wissen, wie es den Kindern auf der Welt geht. Heutzutage versuchen alle in der Weihnachtswelt zusammen mit dem Weihnachtsmann, den Menschen und Tieren in der Welt auf andere Weise zu helfen als durch materielle Geschenke. Die Kinder werden jedoch immer ihren besonderen Platz in der Weihnachtswelt haben. Zu Weihnachten sollen sie weiterhin Geschenke erhalten. Kinder freuen sich über Geschenke und sie sind wichtig für sie“, sprach der Elf Tomelius, ohne zwischen den Worten Luft zu holen.


„Aber dich erkenne ich nicht. Du bist doch kein Tiger, oder? Ich habe noch nie einen gesehen, aber ich habe gehört, dass sie stark und furchterregend sind. Du siehst allerdings nicht sehr furchterregend aus, und wir sind ungefähr gleich stark“, fuhr Tomelius fort. „Ich bin das Magische Känguru, und ich lebe seit heute hier. Ich bin eine Freundin von Aino und Leo und Bon und !QuauQ!“, sagte das Magische Känguru selbstbewusst. „Und ich kann zaubern – ich weiß zwar nicht genau wie, aber das hat Aino gesagt“, fuhr sie mit etwas verlegener Miene fort, während sie auf ihre großen Füße blickte.


„Du kannst also zaubern und bist außerdem ziemlich stark“, dachte Tomelius laut nach. „Weißt du was? Wie wäre es, wenn wir Freunde werden? Von unserem Ringkampf haben wir wohl beide ein paar Beulen und blaue Flecken davongetragen. Wenn du einverstanden bist, lade ich dich ein, mit mir die Weihnachtswelt zu besuchen“, schlug Tomelius vor. „Ja, lass uns Freunde sein. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele neue Freunde ich heute gefunden habe“, sagte das Magische Känguru in einem fröhlichen, aber nachdenklichen Ton, während es sich die Beule an der Stirn rieb.


„Wir könnten jetzt sofort die Weihnachtswelt besuchen. Dort ist fast rund um die Uhr und das ganze Jahr über etwas los. Wir, die Bewohner der Weihnachtswelt, kennen uns mit Magie ganz gut aus, und ich wette, ich kann dir helfen, deine magischen Kräfte zu finden“, sagte Tomelius. „Also gut. Lass uns gehen. Wie machen wir das genau?“, fragte das Magische Känguru. „Ich springe in den Beutel an deinem Bauch. Dann stampfst du mit deinen starken Beinen zweimal auf und denkst dabei an das Wort Weihnachtswelt“, sagte Tomelius. Gesagt, getan. Nachdem das Magische Känguru zum zweiten Mal aufgestampft hatte, wurde alles hell, und sie hörten ein schnelles Rauschen. Als das Magische Känguru und der Elf Tomelius ihre Augen öffneten, befanden sie sich auf einem Marktplatz in der Weihnachtswelt. „Siehst du, so funktioniert dein Reisezauber. Jetzt hast du schon viel gelernt. Willkommen in der Weihnachtswelt“, sagte Tomelius und sah sehr zufrieden mit sich aus, während er aus dem Beutel des Kängurus stieg und seine Kleidung zurechtzupfte.

Das Magische Känguru in der Weihnachtswelt

Plötzlich hörten die beiden neuen Freunde eine Stimme hinter sich: „Ach, wen haben wir denn da! Unseren lieben Elf Tomelius! Was machst du denn hier, und wer ist deine Freundin mit dem schicken Umhang?“


Tomelius und das Magische Känguru drehten sich gleichzeitig um. Vor ihnen stand eine rot gekleidete Gestalt. Die Gestalt trug einen beeindruckenden hellgrauen Bart, und unter der roten Mütze lugten die ebenfalls ergrauten lockigen Haare hervor. Der Rest der Kleidung, sowohl der Mantel als auch die Hose, war rot, abgesehen vom Besatz aus weißem Fell. Das Wesen, das deutlich größer war als das Magische Känguru und Tomelius, hatte fast kniehohe, spitze Lederstiefel an. Auf seinem Gesicht lag ein Lächeln und seine blau-braun-grün gefärbten Augen hatten einen fröhlich-neugierigen Ausdruck.


„Weihnachtsmann, ist das nicht ein glücklicher Zufall?“, sagte Tomelius. „Darf ich dir meine Freundin, das Magische Känguru vorstellen? Man könnte sagen, dass wir zufällig aufeinandergestoßen sind, als ich meine Beobachtungsrunde gemacht habe“, fuhr Tomelius fort. Der Weihnachtsmann bemerkte, dass sich beide bei der Erwähnung des Wortes „aufeinandergestoßen“ die Stirn rieben.


„Na dann, schön, dich kennenzulernen, Magisches Känguru. Hier in der Weihnachtswelt sind wir ganz vorne dabei, was Magie anbelangt“, sagte der Weihnachtsmann und lächelte das Magische Känguru an, während er es wohlwollend musterte. Plötzlich ertönte ein Schrei hinter dem Weihnachtsmann. Kaum hatte sich dieser umgedreht, sah er auch schon, wie ein kleines Elfenmädchen von einem Aussichtsturm an der Ecke des Platzes stürzte und der Mantel des Magischen Kängurus wie von Zauberhand unter dem Mädchen erschien und es sicher zu Boden brachte. Das Elfenmädchen sah erschrocken aus, als es zu seiner Mutter rannte, die zum Tor des Turms geeilt war und der die Erleichterung ins Gesicht geschrieben stand.


„Das war ein vortrefflicher Zauber!“, lobte der Weihnachtsmann, als sich alle von dem Schreck erholt hatten. Das Magische Känguru war froh, dass ihm niemand konkrete Fragen dazu stellte. Es war für das Känguru selbst doch auch ein Rätsel. Es hatte den Mantel instinktiv in die Richtung des fallenden Elfenmädchens geschleudert.


„Hör zu, Tomelius“, sagte der Weihnachtsmann mit dem Anflug einer Ermahnung in der Stimme, „wenn ihr mögt, kannst du dem Magischen Känguru unsere Spielzeugabteilung zeigen, und ihr könntet auch die Abteilung der guten Träume und Tagträume besuchen. Ich habe noch ein paar Dinge zu erledigen, aber wir können uns in einer Stunde in meinem Haus treffen. Esst doch mit meiner Frau und mir zu Abend. Bei der Gelegenheit würde ich dich gerne um Hilfe bei etwas bitten.“

Besuch beim Weihnachtsmann

„Ich freue mich, dass wir uns auf diese Weise wiedersehen. Magisches Känguru, willkommen in meinem Haus, der Zentrale der Weihnachtswelt. Wir haben ein Abendessen für euch vorbereitet. Hat dir die große Tour gefallen?“, sagte der Weihnachtsmann, während er die Besucher in den Hauptraum führte und Häppchen anbot.

„Wir haben viele Werkstätten der Weihnachtswelt besucht und hatten sogar das Glück, die Flugproben der Schlittenrentiere zu sehen. Das Magische Känguru war ganz aus dem Häuschen, als es nach der Probe die Rentiere streicheln und füttern durfte“, erinnerte sich Tomelius schmunzelnd an die Ereignisse der letzten Stunde.

„Hört zu, liebe Freunde, und ganz besonders du, Magisches Känguru. Ich würde mich sehr freuen, wenn euer Club mir und den Bewohnern der Weihnachtswelt helfen könnte. Hier in der Weihnachtswelt haben wir unsere Aktivitäten von der Bescherung an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag auf die ganzjährige Hilfe für Mensch und Tier in aller Welt verlagert. Die beste Hilfe, die wir leisten können, besteht darin, die Menschen zu inspirieren, sich selbst und einander in Zukunft zu helfen“, sagte der Weihnachtsmann. „Ich würde dir gerne von der Situation in Australien berichten. Dort brauchen sowohl die Menschen als auch die Tiere Hilfe bei Problemen, die durch den Klimawandel verursacht werden. Wenn du erst einmal gehört hast, was ich zu sagen habe, kannst du selbst entscheiden, ob das etwas für deinen Club wäre. Lasst euch das Essen schmecken, während ihr zuhört.“ Natürlich stimmten sowohl das Magische Känguru als auch Tomelius dem Vorschlag des Weihnachtsmanns zu. Sie nickten stumm, während sie genüsslich ihr Essen mampften.

„Die Wetterbedingungen in Australien werden zunehmend unberechenbarer. Inzwischen ist die Situation an manchen Orten schon seit langem schwierig. Die Hitze, vor allem rund um das Große Korallenriff Australiens, hat der Natur und der Fauna sowohl im Meer als auch an Land Schaden bzw. Leid zugefügt. Auch die Menschen haben stark gelitten. Ein weiteres Problem, das durch den Klimawandel entsteht, sind die Buschbrände. Sie treten häufig auf, und es gibt nicht genügend Feuerwehrleute und Ausrüstung, um alle Feuer zu bekämpfen“, beschrieb der Weihnachtsmann die schwierige Lage. „Ich habe mir überlegt, dass du, Magisches Känguru, und die anderen Mitglieder des Clubs nach Australien reisen könnten. Dort würdet ihr sowohl Menschen als auch Tieren nach besten Kräften helfen“, fuhr der Weihnachtsmann fort und nahm einen Schluck Saft. Er sah das Magische Känguru an. Gelegentlich blickte er auch zu Tomelius, als wolle er sich Unterstützung holen.

Das Magische Känguru brauchte nicht lange nachzudenken. „Dieser Tag und Abend waren wirklich einmalig. Ich habe einen Namen bekommen, viele neue Freunde und ein Zuhause gefunden, und ich konnte die Wunder der Weihnachtswelt sehen und erleben. Außerdem habe ich herausgefunden, dass ich zaubern kann. Es wird mir und uns eine Ehre sein, der Weihnachtswelt zu helfen. Ich verwette meinen Mantel darauf, dass die anderen Mitglieder des Clubs sich genauso freuen, an diesem Abenteuer teilzunehmen“, erklärte es enthusiastisch. „Ich habe allerdings eine Bedingung“, sagte das Magische Känguru, lächelte und sah dem Weihnachtsmann in die Augen. „Ich möchte, dass Tomelius mit uns kommt. Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass wir uns getroffen haben und dass wir helfen können“, sagte das Känguru. „Abgemacht“, antwortete der Weihnachtsmann und lächelte zufrieden. „Ihr könnt euer Vorhaben gleich morgen in die Tat umsetzen“, verkündete er und beendete ihr Treffen.

Es war schon spät. Tomelius und das Magische Känguru leckten sich die Essensreste von den Fingern und Pfoten und wischten sich die Münder ab – der eine an seinem Ärmel, die andere an ihrem Mantel. Nachdem sie dem Weihnachtsmann zum Abschied die Hand geschüttelt hatten, machten sie sich auf den Weg. Tomelius sprang zurück in den Beutel des Magischen Kängurus, das zweimal mit den Füßen aufstampfte und an das Kinderzimmer von Aino und Leo dachte. Im Handumdrehen standen sie genau dort. Sie waren beide so müde, dass sie sofort einschliefen. Tomelius war so müde, dass er nicht einmal mehr aus dem Beutel des Magischen Kängurus kletterte.

Der neue Club reist nach Australien

Am Morgen, als alle aufgewacht waren, erzählte das Magische Känguru Aino, Leo, Bon und !QuauQ!, was in der Nacht passiert war. Die anderen trauten ihren Ohren kaum. Das Magische Känguru ließ daraufhin seinen neuen Elfenfreund aus seinem Beutel heraus. Der Elf überzeugte die anderen davon, dass jedes Wort, das das Magische Känguru gesagt hatte, wahr war: „So wahr mein Name Tomelius ist“, sagte Tomelius. Und das war in der Tat der Name dieses Elfen, wie wir bereits wissen.Sie beschlossen einstimmig, dass der neue Abenteuerclub und seine Mitglieder Helfer bzw. Helferinnen des Weihnachtsmanns und der Weihnachtswelt werden sollten. Daher wurde das Versprechen, das das Magische Känguru dem Weihnachtsmann gegeben hatte, zu ihrer ersten Aufgabe.


Sie beschlossen, den Club „Weltveränderer“ zu nennen, und das Magische Känguru wurde zur Vorsitzenden des Clubs gewählt. Um die Gründung des Clubs zu besiegeln, legten alle, einschließlich Tomelius, den Daumen, die Pfote, die Tatze oder den Schwimmfuß zusammen und riefen: „Weltveränderer!“ Alle außer !QuauQ!, der „Rerednärevtlew!“ rief.


„Taten sagen mehr als Worte“, sagte Tomelius rasch und schlug allen vor, ihm in den Beutel des Magischen Kängurus zu folgen. Der Beutel ist natürlich ein Zauberbeutel, und obwohl er von außen etwas eng aussieht, dehnt er sich im Inneren aus. Als alle Platz genommen hatten, führte das Magische Känguru die bekannten Fußstampfer aus, dachte an Australien und die Clubmitglieder hüpften mit einem einzigen magischen Sprung bis nach Australien.

Die Not Australiens

Als die Gruppe an der Küste Australiens ankam, wurde allen sofort klar, dass ihre Hilfe gebraucht wurde. Der Strand war voller Menschen in Badebekleidung, sowohl Erwachsene als auch Kinder, aber es war kaum jemand im Wasser. Die Freunde steckten ihre Zehen ins Wasser, um die Temperatur zu prüfen. Nur Bon nicht. Warum Bon nicht die Temperatur des Wassers getestet hat, fragt ihr euch vielleicht. Nun, Bon hat vor nichts Angst, außer vielleicht vor der Dunkelheit und davor, dass ihm die Zehen in zu heißem Wasser abfallen könnten. Nicht einmal eine Kralle wolle er eintauchen. „Es ist furchtbar heiß. Hier kann man unmöglich längere Zeit bleiben. Man kann weder schwimmen noch spielen“, entfuhr es allen gleichzeitig. „Das ist nicht das einzige Problem, mit dem wir hier zu kämpfen haben“, sagte ein Mädchen, das in der Nähe stand. Sie schien ein wenig älter zu sein als Aino. „Der Temperaturanstieg im Laufe der Jahre hat dazu geführt, dass viele Teile des Großen Korallenriffs direkt hier vor der Küste Schaden genommen haben. Dadurch bleichen die Korallen aus und sterben sogar ab“, fuhr das Mädchen mit ernster Miene fort. „Wissenschaftler und Forscher mahnen, dass viele Korallen, Vogelarten und die kleinen Fische am Riff sowie Haie, Seekühe, Robben und Wale in den nächsten Jahrzehnten sogar vom Aussterben bedroht sein werden. Der Klimawandel und die Erwärmung der Meere müssen gestoppt werden“, erklärte sie und klang dabei so, als hätte sie sich wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt.


„Ich habe eine Idee, was wir tun könnten, wenn wir genug Kräfte haben“, sagte Bon nach einem langen Moment des Schweigens. „Wir könnten einen Eisberg aus der Antarktis holen und ihn hierher bringen. Das Gletscherwasser würde die Temperatur des Meerwassers zumindest eine Zeit lang abkühlen“, schlug Bon vor. „Ausgezeichnete Idee!“, riefen die anderen wie aus einem Munde. Die Clubmitglieder besorgten lange Seile und große Anker. Auf Bons Bitte hin versprach eine Walherde, die sie vor dem Riff gesehen hatten, den Club und seine Ausrüstung in die Nähe der Antarktis zu bringen. Wer hätte das gedacht: Bon hatte durch einen Zeichentrickfilm die „Walsprache“ gelernt und beherrschte sie jetzt ziemlich gut. Zu sagen, dass er die Sprache „fließend“ spräche, wäre in diesem Fall wohl unangemessen.


Nachdem sie den perfekten Eisberg gefunden hatten, hatten sie große Mühe, die Anker am Eisberg und die Seile an den Ankern zu befestigen. Dann begannen sie zu ziehen. Jeder schnappte sich ein Seil und aus dem Beutel des Magischen Kängurus heraus zogen sie alle den Eisberg. Auch die Wale halfen mit, indem sie in angemessenem Abstand zueinander schwammen, damit das Magische Känguru von einem Rücken zum nächsten in Richtung Australien springen konnte.


Schließlich gelang es ihnen, den Eisberg nach Australien und in die Nähe des Strandes zu bringen. Als er zu schmelzen begann, kühlte der Eisberg tatsächlich das Wasser ab, so dass das Baden am Strand wieder möglich war. Auch den Fischen, Korallen und anderen Lebewesen im Großen Korallenriff ging es besser, als sich das Wasser an der Küste etwas abkühlte. Die Freunde begannen, mit den Kindern, Fischen, Robben, Krebsen und anderen Meeresbewohnern am Strand zu spielen. Sogar Bon wagte sich zum Spielen ins Wasser. Er hatte nicht einmal Angst, als er ins Wasser getaucht wurde, sondern hielt gekonnt die Luft an.


Das Spielen wurde jedoch unterbrochen, als ein Boten-Elf aus der australischen Elfenabteilung schnaufend und außer Atem zum Strand gelaufen kam. „Wir haben eine Nachricht vom Weihnachtsmann erhalten, dass ihr hier seid, um uns zu helfen. Und ... und ... und jetzt brauchen wir wirklich Hilfe“, sagte der Elf und rang nach Luft. „Seit Millionen von Jahren gibt es in Australien Buschbrände. In vielerlei Hinsicht hat sich die Natur an sie angepasst. Aber die steigenden Durchschnittstemperaturen haben die Brände verstärkt. Aus demselben Grund haben auch Wind und Stürme zugenommen. Die Brände sind daher größer geworden und bedrohen oft auch bewohnte Gebiete. Tiere und Menschen sind zunehmend gefährdet“, sagte der Boten-Elf.


„Das war eine eindringliche Aufzählung von Fakten, aber was ist denn jetzt gerade los?“, fragte Tomelius seinen Kollegen. „Aj, saw tsi nned nun sol?!“, fragte !QuauQ! mit sehr lauter Stimme, die den Boten-Elf erschreckte. Der Elf trat einen Schritt zurück und sah !QuauQ! misstrauisch an. Er beruhigte sich und begann, den anderen von einem großen Flächenbrand in der Nähe zu erzählen. „Alle örtlichen Feuerwehren und Feuerwehrleute sind bereits vor Ort und versuchen, das Feuer zu löschen, aber die Aufgabe scheint ihnen unmöglich. Das Feuer breitet sich immer weiter aus. Es hat bereits Häuser zerstört und bedroht neue Wohngebiete“, sagte der Boten-Elf und blickte entmutigt drein.


Die Gruppe konnte auf die bereits bekannte Weise – mit dem Sprung des Magischen Kängurus – schnell zum Brandherd gelangen. Auch der Boten-Elf war mit von der Partie. Als sie ankamen und die große Fläche aus Feuer und Rauch sahen, waren sie einen Moment lang verwirrt. Wieder begannen sie zu überlegen, wie sie helfen könnten. Plötzlich kreischte !QuauQ!: „Hci ebah enie Eedi!“ Weil !QuauQ!s Erklärung so laut und ein wenig schwer zu lesen war, werden wir einfach beschreiben, was getan wurde.


!QuauQ! breitete seine Flügel aus und begann, in einem großen Kreis am Himmel zu fliegen und zu pusten. Und ich sage euch, wenn !QuauQ! in die Luft bläst, dann bewegt sich was! Er bewegte kleinere und größere Wolken, um das Brandgebiet zu bedecken. Zur gleichen Zeit, ohne dass es jemand bemerkte, schlossen sich der Boten-Elf und Tomelius zusammen mit der australischen Elfenabteilung den Feuerwehrleuten bei ihren Löscharbeiten an. Als !QuauQ! genug Wolken gesammelt hatte, schüttelte das Magische Känguru seinen Mantel, um die Luft mit Frost zu erfüllen. Schnee begann aus den Wolken zu fallen. Der schwere Schnee erstickte das Buschfeuer nach kurzer Zeit. Es schneite so stark, dass die Freunde eine Schneeballschlacht veranstalteten und versuchten, aus Schneemännern weitere Feuerwehrleute zu erschaffen. Sie eilten jedoch sofort zu Hilfe, als die Menschen begannen, Tiere zu behandeln, die aus dem Wald flüchteten und unter dem Rauch gelitten hatten. Die echten Feuerwehrleute setzten die Löscharbeiten bis spät am Tage fort.

Eine überraschende Einladung

„Huch, hörst du die Treppe knarren? Papa kommt bestimmt, um nachzusehen, ob wir schlafen“, flüsterte Aino. „Schnell! Lass uns die Spielsachen wieder in die Kiste packen und ins Bett gehen“, fuhr Aino eilig fort. Leo beeilte sich, herzte Bon und !QuauQ! und legte sie dann in die Spielzeugkiste. Er schloss den Deckel, sprang ins Bett und kuschelte sich in seine Decke. Zur gleichen Zeit schaltete Aino das Licht aus und schlich mit dem Magischen Känguru im Arm zu ihrem Bett. Dort schloss sie die Augen und tat so, als würde sie schlafen. Keiner von beiden hatte bemerkt, dass Tomelius verschwunden war – wahrscheinlich, um seine Beobachtungsarbeit in den Nachbarhäusern fortzusetzen.Die Tür öffnete sich leicht. „Gute Nacht, Kinder“, flüsterte Papa. Er wartete nicht auf eine Antwort, sondern schloss die Tür so leise, wie er sie geöffnet hatte.

Am Morgen wachten Aino und Leo auf und es war ein Sonntag, was bedeutete, dass sie nicht zur Schule gehen mussten. Oben auf der Spielzeugkiste lag ein roter Umschlag. Auf dem Umschlag stand: Weltveränderer. Aino und Leo öffneten den Umschlag vorsichtig. Darin fanden sie einen kurzen, handgeschriebenen Brief auf einem Weihnachtswelt-Briefpapier, auf dem stand: